20111003

So lang' dein Ohr nicht den Asphalt beruehrt

Auch, wenn ich noch nicht weiß, worueber ich hier schreiben sollte, schreibt der Schreiberling um des Schreibens Willen und laesst all das was ihn umgibt mit sich verschmelzen. So oder so aehnlich lassen die Woerter in seinem Kopf diesen Satz entstehen. Weil das nicht gemachte Bett, die leere Mueslischale und der volle Muelleimer aber nicht viel hergeben und auf der eigenen Kreativitaetsskala nicht einmal auftauchen, begibt er sich also raus in die Wildnis und laesst sich von all dem Ungetier was da herumstreunert, beeinflussen.
Wartend steht er nun da, alleine in der Schlange, bewaffnet mit zwei Kilogramm Schokomuesli und einer handvoll Musik in seinen Ohren. Waehrend der ganzen Warterei merkt er plötzlich wie sich jemand von hinten versucht vorzudraengeln, darauf aus die fuenf Koepfe vor ihm einfach zu ueberspringen und so wertvolle Lebenszeit zu sparen, doch nicht mit dem Schreiberling! Breitschultrig und robust wie er nun mal ist, haelt er vehement die Stellung und bewegt sich nicht vom Fleck.
Als dieses Rumgedruecke aber nicht aufhoeren will, wagt er einen mutigen Blick nach hinten, bereit ueber seinen Schatten zu springen und all das Unheil was ihm angetan wurde verbal zurueckzugeben. Mit dem was er da zu Gesicht bekam, hatte er aber in keinster Weise gerechnet. Fassungslos und bestuerzt wird er auf einmal ganz klein, senkt seinen Blick und seine Schultern gen Boden und dreht sich langsam wieder um. Ein Paerchen, in der Bluete seiner Lebenszeit stand da hibter ihm und scherte sich nicht um den alleinstehenden Schreiberling, viel lieber tauschten sie buehnentaugliche Intimitaeten aus. Im Ernst, auf der Buehne haette das funktioniert, naemlich da wo es fuer das Publikum eben nur Einzelplaetze gab. Aber nicht so, nicht hier. Sie haben sich wohl gerade erst kennengelernt, dachte er sich, man soll es ihnen doch goennen. Und so nahm er, nachdem er bezahlt hatte, seinen Sack voller Muesli, verließ still den Discounter, ging nach Hause, kletterte ueber seine vier Klamottenberge, legte sich auf den Boden und begann nachzudenken..

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