Sind wir gluecklich, wenn der Mensch fuer den wir immer & immer wieder ein offenes Ohr haben, keine Zeit fuer uns hat? Spricht man dann von 'Glueck haben'? Oder sollte man das Glueck durch die Feigheit, ja vielleicht sogar durch die Ehrlichkeit ersetzen? Scheinbar gibt es da jemanden, der uns ganz nett findet, der aber auch nichts weiter von uns hat, außer ein Foto auf dem wir zu perfekt drauf getroffen und unsere Interessen, die wir gerade zu perfektioniert aufgepeppt haben. Aus 'ich habe keinerlei nennenswerte Vorlieben' wird dann ganz schnell 'ich kaufe mir einmal im Monat die Neon, bin mindestens sieben Tage die Woche besoffen, halte das turbolente Leben der Szenen-Hafenstadt digital mit meiner Canon EOS 1000D fest & versuche 10 Stunden am Tag fuer mein Medizinstudium zu lernen.. was ich letztlich eh nie mache. Viel lieber streife ich durch Szeneclubs. Punkt.' Und da gibt es nun den einen virtuellen Freund, der sich von diesem ganzen Schnick Schnack angesprochen fuehlt, der ab dem Zeitpunkt nicht mehr aufhoeren wird dein Postfach zum Ueberlaufen zu bringen. Anfangs nimmt man dies noch als nette Geste wahr, als eine Art Kompliment. Hey, da ist wer der mich tagtaeglich mit Komplimenten ueberschuettet. Das hat was. Welche Frau mag sowas nicht. Ist schließlich auch egal, dass sich dieser Jemand nicht im geringsten darueber bewusst ist, dass wir auch ganz gerne ein Leben außerhalb der Cyberwelt fuehren. Mag auch sein, dass sich das Bewusstsein bewusst ist, nicht aber bewusst sein moechte. Und so geht jener virtuell neue gefundene Freund Tag fuer Tag einen Schritt weiter, gleichzeitig entfernt man sich Stueck fuer Stueck von dieser ach so tollen rosaroten Wolke & merkt immer mehr, dass kleine Aufmerksamkeiten ganz schnell zu großen Problemen werden koenenn. Naemlich genau dann, wenn es einem egal geworden ist, was in irgendeinem Chatfenster geschrieben steht. Wenn deutlich wird, dass dieser Fremde keinesfalls die Zuneigung geben kann, die man gerade braucht. Die, die man sich schon lange wuenscht. Trotzdem schafft man es nicht dem ewigen Unbekannten Adieu zu sagen. Einen klaren Schlussstrich zu ziehen, den 'was waere, wenn' Gedanken vollkommen auszuloeschen. Ist man doch noch anfangs auf das angesprungen was einem entgegengebracht wurde. Sei es noch so einfach gewesen. 'Einfach' war es fuer uns in diesem Moment keinesfalls. Vielleicht im naechsten. Vielleicht ist es aber auch die Hoffnung, die sich einem in die Quere stellt. Weder die Feigheit noch die Ehrlichkeit koennen sich in dieser Kategorie behaupten, nicht in dieser.. Die Hoffnung auf das was noch in dieser Welt auf uns wartet. Und ich spreche von der richtigen, von der realen, von der fuer uns bestimmten Welt. Irgendwo wartet da wer auf uns, jemand der gerade nur noch nicht bewegen kann, der darauf wartet, dass wir jene Tuer oeffnen, ihn an der Hand packen und in den Strudel mitreißen. Ja, daran glaube ich ganz fest.